Neue Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt. Worauf sollen wir warten?

05.10.2017
Philipp Egger
Tafel statistik3

Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen für Arbeitgeber und natürlich auch für Arbeitnehmer mit sich. Allerdings stellt sich dabei auch die wichtige Frage, ob unser Rechtsrahmen für Arbeit aber auch wirklich den neuen Bedürfnissen gerecht wird oder nicht. Der digitale Fortschritt bietet vor allem für die Wirtschaft zahlreiche Herausforderungen, da schon alleine durch die Vernetzung der Produktionsschritte neue Tätigkeitsfelder und ganz andere Arbeitsformen entstehen werden. Bis jetzt allerdings gibt es noch einige Arbeits- und Datenschutzvorschriften, die den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden müssen, damit die Vorteile der Digitalisierung von Unternehmen und Mitarbeitern besser ausgenützt werden können.

Welche Herausforderungen sind zu erwarten?

Durch die modernen Kommunikationsmittel besteht die Möglichkeit, ortsunabhängig und zeitlich flexibel zu arbeiten. Es ist deshalb ratsam, die Neuorganisation von betrieblichen Strukturen zu erleichtern und auch mehr Augenmerk auf Zeitarbeit zu legen. Die durch die Digitalisierung entstehende Flexibilität ist aber auch auf einen rechtssicheren Datenschutz angewiesen, wobei auch der internationale Datentransfer eine wichtige Rolle im Unternehmen spielt.

Ein einheitlicher Datenschutz ist dringend notwendig, damit die Nutzer einen besseren Überblick über mögliche Risiken erhalten und dann natürlich auch Kenntnisse erhalten, welche persönlichen Daten überhaupt ausgewertet werden und für welche Zwecke. Nur durch solche Maßnahmen in Hinsicht auf die Sicherheit kann auch Vertrauen in die Technik gewährleistet werden. 

Die digitale Arbeitswelt wird aber auch vorwiegend durch die ständige Erreichbarkeit beeinflusst, so dass der Beruf zum ständigen Begleiter wird. Dadurch sind vor allem die Führungskräfte einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, da die Grenzen zwischen Arbeitszeiten und der sowieso schon seltenen Freizeit nach und nach verschwinden. Es ist wichtig, in Bezug auf die Erreichbarkeit klare Grenzen zu ziehen und vor allem auch bei den Mitarbeitern einen achtsamen Umgang zu fördern.

In Bildungseinrichtungen sollte die digitale Infrastruktur massiv verstärkt werden, damit nicht nur die Lernchancen gesteigert werden, sondern auch die Medienkompetenz dadurch in unserer Gesellschaft gestärkt wird. Es ist klar, dass hierzu auch die Lerninhalte unbedingt an die digitale Herausforderung angepasst werden müssen, sowie selbstverständlich auch die Aus- und Weiterbildung für das gesamte Bildungspersonal, also bereits ab dem Kindergarten bis zu Hochschulen und Universitäten.  

Es ist allgemein bekannt, dass Algorithmen unser Leben immer mehr beeinflussen und auch kontrollieren. Allerdings ist unbedingt darauf zu achten, dass die Kontrolle durch Algorithmen in der digitalen Arbeitswelt nicht zur Ausbeutung führen, sondern auf jeden Fall für eine effiziente und vor allem gerechte Arbeitswelt eingesetzt wird. 

Der Telekommunikationssektor sollte vereinheitlicht werden. Dadurch wird dann auch die europäische Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China verstärkt. Für jeden europäischen Haushalt ist eine Grundversorgung mit Breitband eine notwendige infrastrukturelle Herausforderung, da die digitale Arbeitswelt und Wirtschaft dann auch weitaus mehr wettbewerbsfähiger wird.

Gesundheitliche Risiken durch die digitale Arbeitswelt 

Die digitale Arbeitswelt zieht aber auch ein erhöhtes gesundheitliches Risiko mit sich. Schon jetzt leiden durchschnittlich über 20 % der deutschen Mitarbeiter unter deutlichen Erschöpfungszuständen, Lustlosigkeit und dem Problem, nach der Arbeit einfach nicht mehr abschalten zu können. Aufgrund des ständig zunehmenden Leistungsdrucks und auch der großen Unsicherheit in Hinsicht auf die Digitalisierung vom Arbeitsplatz entstehen auch weitere Beschwerden und Krankheiten. Die Symptome werden dann meistens auch noch durch die ständige Erreichbarkeit und Termindruck verschlimmert. Zu den häufigsten psychischen Beschwerden aufgrund der Arbeit zählen aber auch Schlafstörungen, Wut, Verärgerung, Reizbarkeit, Nervosität, Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit, wie aus den neuesten Studien hervorgeht. 

Die größere Flexibilität und Digitalisierung erhöhen die sowieso schon gegenwärtigen Stressfaktoren, weshalb die Verhältnis- und Verhaltensprävention am Arbeitsplatz ebenfalls mit zu einer wichtigen Herausforderung der Unternehmen zählen sollte. Kranke Mitarbeiter sind nicht in der Lage gute Leistungen zu erbringen, es müssen also unbedingt die Arbeitsbedingungen verändert, sowie auch die Mitarbeiter gestärkt und unterstützt werden. Veränderte Arbeitsbedingungen können beispielsweise eine sinnvolle Partizipation der Mitarbeiter bei der Arbeitsplanung sein, eine individuell angepasste Aufgabenverteilung oder natürlich auch zusätzliche Qualifikationsangebote. Nur dann kann die digitale Arbeit auch als eine gesunde Beschäftigung eingestuft und vor allem auch das mögliche Potenzial komplett ausgeschöpft werden. 
  
Fazit

Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt ist allerdings nicht die einzige Herausforderung, die in Zukunft noch auf uns zukommen wird, da sicherlich auch die Globalisierung und die Ergebnisse des demografischen Wandels eine wichtige Rolle spielen werden. In Anbetracht der rasenden Geschwindigkeit vom technologischen Fortschritt  lassen sich zukünftige Herausforderungen eigentlich nur noch erahnen, da beispielsweise auch die Digitalisierung vom Energie- und Ressourcenverbrauch ein wichtiger Faktor ist. Fest steht auf jeden Fall, dass die digitalen Veränderungen auch einen Kulturwandel voraussetzen, der nicht nur auf die Arbeitswelt begrenzt ist. Es geht hier nicht nur speziell darum, als Führungskraft die digitale Umgestaltung des Unternehmens besser überwältigen zu können und die Firma neu zu strukturieren. Es geht vor allem auch darum, die Mitarbeiter für die neuen Prozesse und Funktionen begeistern zu können. Schon jetzt sollte man sich also rechtzeitig um die neuen Anforderungen kümmern, damit die Mitarbeiter von heute auch wirklich auf ihre erwarteten Fähigkeiten vorbereitet und die Personalabteilungen durch die notwendigen Umstellungen nicht schon von Anfang an komplett überfordert werden.


Autor: Philipp Egger

Philipp Egger ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Essayhilfe. Sie können auch ihn direkt über Facebook erreichen. 

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